Über den Tellerrand: Digitalisierung und e-Commerce – Lesetipp von Dennis Cichowski

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Lesetipp Zeitung

Ob Mobile Commerce oder Chatbots, Same Day Delivery oder Cross-Device Shopping: E-Commerce beziehungsweise Digital Commerce entwickelt sich rasant weiter. Einen Einblick in aktuelle Themen, viel Wissens- und Lesenswertes findet man auf Kassenzone.de, dem Blog von Alexander Graf.

Ich bin immer wieder auf der Suche nach guten Beiträgen im Netz. Das gehört mit zu meinen Aufgaben, schließlich betreiben wir selbst ein Netzwerk für Führungskräfte und treffen uns regelmäßig, um aktuelle Herausforderungen zu Benchmarken – und das nicht nur für Finance- und Controlling-Themen. Es geht auch oft um eine gesamtunternehmerische Sichtweise und ich muss zwingend auf der Höhe der Zeit bleiben. Dabei bin ich durch meine alten Führungsrollen bei eBay, Brands4Friends oder zuletzt reBuy natürlich stark vom Handel geprägt, muss aber auch branchenübergreifend denken können. Was also konsumieren in der kurzen Zeit, die ich vielleicht täglich zum Lesen opfern kann?

Eine Seite hat mir in der Vergangenheit immer wieder geholfen, mich zu orientieren.
Der Blog Kassenzone.de  gilt mittlerweile als meinungsbildende Plattform zum Strukturwandel im Handel. Zwischen tausenden oft inhaltsarmen Meldungen, die nur nach Klicks gieren, ist es schwer, die Perlen zu finden. Für den Bereich Commerce gibt es leider kaum Blogs, die sich konzeptionell mit dem Thema beschäftigen.

Was heißt Digitalisierung oder Strukturwandel Heutzutage? Es geht in erster Linie nicht um neue Produkte und neue Märkte, sondern es müssen zuvorderst Handelsbarrieren abgebaut werden – Wissensvorsprünge und Barrieren, die durch Amazon, Google & Co. aufgebaut wurden. Ein gutes Beispiel dafür ist die seit August 2017 laufende Kooperation zwischen der Drogeriekette Rossmann und Amazon. Oder das Beispiel Google und Walmart aus den USA, wo seit September 2017 Walmart seine Waren unter Google Express anbietet. Es ist übrigens das erste Mal, dass Walmart seine Waren außerhalb des eigenen Online-Shops anbietet. Die Allianz dieser beider Giganten ist vor allem eines: eine Kampfansage an Amazon. Denn Amazon, anfangs noch erfolgreich mit Büchern und CD,s hat längst den Lebensmittel-Einzelhandel für sich entdeckt.

Wer die eigenen Daten seiner Kunden nicht erheben kann, die gewonnen Informationen nicht richtig deuten kann oder sie Online nicht erreicht, der baut diese Handelsbarrieren mit Hilfe von Kooperationen ab. Wie gefährlich das sein wird, Amazon oder Google Zugang zu seinen Kundendaten zu geben, wird man sehen. Amazon und auch gerade Google, mit dem massiven Investment in KI, sind Meister darin, Schwarmverhalten in den Kundendaten zu entdecken. So könnte z.B. Amazon bald mehr über das Kaufverhalten von Drogeriekunden wissen als Rossmann selbst. Ich persönlich halte diese Abhängigkeit für gefährlich und dies könnte Amazon zudem auf die Gedanken bringen, ähnliche Produkte selbst zu produzieren.

Aber wie kann ich die Lücke zum Wissensvorsprung schließen und was müsste ich eigentlich selbst in meinem eignen Business tun, ohne den vermeintlich leichteren Weg über eine Kooperation zu gehen? Hier gibt es keine schwarz-weiß-Lösung und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie beschwerlich der Weg zu Kohorten-Modellen, Customer-Life-Time Value oder einer Customer Journey ist, um nur mal ein paar Basics an Erkenntnissen rund um meine Kunden zu nennen. Was ist das Schwarmverhalten meiner Kunden und welches Problem löse ich mit welcher Qualität für sie? Eines hat mich die letzten 15 Jahre E-Commerce und Startup-Szene gelehrt: Es ist wichtig anzufangen. In kleinen Schritten und dann beim Laufen lernen, Hindernisse und Hürden abzubauen. Nicht das Projekt schon auf dem Papier lösen zu wollen, sondern einfach mal machen und dann schauen was passiert.

Eines ist jedoch immer wichtig: Lesen und Lernen und Verstehen – und versuchen, die gewonnenen Kenntnisse und Impulse auf das eigene Business zu übertragen. Daher finde ich gerade die Beiträge auf Kassenzone so wertvoll, um in diesem hoch dynamischen Umfeld ein wenig Struktur und vor allem Impuls und Anregungen zu bekommen. Nicht immer leichte Kost, aber dafür fast immer mit hohem Erkenntnisgewinn.

Kassenzone.de wurde 2008 gestartet und beschäftigt sich seitdem mit Entwicklungen von Online-Geschäftsmodellen, insbesondere im E-Commerce. Alexander Graf ist nicht nur Autor des Blogs Kassenzone, er hat auch zahlreiche Fachbeiträge und -bücher zur Strategie digitaler Geschäftsmodelle herausgebracht. Neben Blog veröffentlicht Graf Seit ca. zwei Jahren regelmäßig auch den Kassenzone.de Podcast. Initial gestartet ist der Podcast (auf Soundcloud) als Nebenprodukt zu den Kassenzone.de Videointerviews (auf Youtube). Als Graf das Interview-Thema angefangen hat, konnte er sich gar nicht vorstellen, dass es mehr Leute gibt, die lediglich den Audiopart konsumieren wollen. Aufgrund der Länge der Podcasts (ca. 45min) macht das aber in der Tat Sinn. Wer schaut schon gerne 45min lang einem Videointerview bei Youtube zu. Mit ca. 2.000 Podcast-Abrufen pro Folge und rund noch mal die gleiche Zahl an Abrufen über Youtube, Facebook & Co. hat sich das Podcast-Format so ganz nebenbei zu einem viel stärkeren Format entwickelt als das Blog selbst.

 

Danke Alexander für Deinen Blog und die spannenden Beiträge der letzten Jahre! Ich werde weiter ein treuer Leser bleiben und kann Euch immer nur weiterempfehlen. Ich würde mir wünschen, dass das Wissen aus unserem eigenen Netzwerk sich mit Deiner Seite beschäftigt und dass man gemeinsam von den Erfahrungen der Anderen lernt.

 

In regelmäßigen Abständen möchte ich Ihnen hier lesenswerte Artikel empfehlen, mein heutiger Tipp ist ein Interview zu Venture-Capital-Strukturen mit Iskender Dirik, MD bei Microsoft for Start-ups:

https://www.kassenzone.de/2017/09/24/mit-einem-50-mio-euro-fund-in-berlin-brauchst-du-gar-nicht-mehr-anfangen-corporate-venture-capital/

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